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Blog Plattform oder eigener Blog ?

5 August 2008 20,441 views 9 Kommentare

Ich freue mich, den ersten Beitrag auf unserem neuen Blog erfolgreich-bloggen.de zu schreiben.

Beginnen möchte ich mit der Frage, die sich möglicherweise viele Blogger am Anfang stellen (vielleicht auch nicht :-) ):

Blogge ich auf einer Blogging-Plattform oder betreibe ich einen eigenen Blog, mit eigener Domain?

Logos Bloggerplattformen

Logos Bloggerplattformen

Blogging-Plattformen gibt es mittlerweile genug, da wären u. a. folgende Vertreter zu nennen:

  1. blogger.de
  2. germanblogs.de
  3. blogg.de
  4. TypePad
  5. oder das Google-Original blogger.com.

Die Entscheidung ist sicherlich nicht leicht, aber ich möchte dem Leser ein paar Hinweise geben, sowie einige Vor- und Nachteile für beide Lösungen erörtern, die der Neublogger in Erwägung ziehen sollte.

Dieser Artikel ist durch folgende Headlines strukturiert:

  1. Technische Aspekte
  2. Individualität und Flexibilität
  3. Warum blogge ich?

Auf diese drei Bereiche gehe ich nun im Detail ein.

Technische Aspekte

Der kürzeste und schnellste Weg zum Blog ist definitiv eine gängige Blogger-Plattform wie oben beschrieben zu wählen. In nur wenigen Minuten erhält man einen Zugang und kann loslegen. Die meisten Plattformen bieten auch einiges an Funktionalitäten an, um sich mit einer Art Baukasten einen Blog zusammenzustellen.

Mit verhältnissmäßig gerigem Aufwand kann man recht gute Ergebnisse mit einem Blog auf einer Blogger-Plattform erzielen.

In der Regel erhält man einen Namen unterhalb der normalen Domain der Plattform. Dies sieht dann wie folgt aus:

  • meinblogname.typepad.com
  • meinblogname.blogger.com

Die Angebote sind meist kostenlos und man hat keinerlei Aufwand für Installation und Betrieb. Zudem muss man sich nicht mit aktuellen Sicherheitsfragen der Software rumplagen.

Viel aufwändiger ist der Betrieb eines eigenen Blog´s samt Blog-Software, Web-Server und der dazugehörigen Datenbank. Zwar hat man mit einem solchen Projekt die komplette Kontrolle und die maximale Flexibilität, aber dafür auch entsprechend mehr Kosten und Arbeit am Hals. Als Voraussetzung benötigt man folgende Komponenten:

  1. Eine eigene, registrierte Domain
  2. Ein Webhosting-Paket, einen sog. Root-Server oder einen Managed-Server
  3. Einen eigenen Web-Server
  4. Eine Blogging-Software, die installiert werden muss
  5. Eine Datenbank, auf für das Blogsystem

Alles in allem bedeutet dieser Weg eine gehörige Portion Arbeit, wenn man dies selbst bewältigen möchte. Wer etwas mehr Geld in der Tasche hat, kann sich einen Informatiker leisten (Diese eignen sich geradezu ideal dafür, leider hat diese Spezies jedoch oftmals wenig Zeit). Genau genommen muss man noch einmal unterscheiden. Denn die Variante mit dem eigenen Blog lässt sich in zwei weitere Untervarianten aufsplitten:

  1. Webhosting-Paket mit “Blogging Option/Software” (MySQL, PHP, Apache)
  2. Managed-Server bzw. Root-Server

Meist bekommt man von Webhosting-Anbietern mit der Variante 1 die Installation eines Web-Servers (Apache), eines Bloggingsystems wie beispielsweise WordPress und einer Datenbank wie MySQL geschenkt.

In der zweiten Version mit dem Managed Server bzw. einem Root-Server fallen die Aufwände für die komplette Administration des Betriebssystems und die Installation der Subsysteme (Software-Server wie Datenbank und Web-Server) an. Das Ganze kostet natürlich auch entsprechendes Geld für einen entsprechenden Experten, der das System betreut.

Die Root-Systeme selbst bekommt man allerdings schon ab ein paar wenigen Euros. Hierbei ist allerdings die Wahl des Providers bzw. Betreibers des Rechenzentrums sehr sorgfältig zu treffen. So sollte man sich, wenn man diesen Weg gehen möchte, im vorab schlau machen, wie die Supportzeiten aussehen. Dies kann wichtig sein, wenn z.B. Vor-Ort-Arbeiten am System im Rechenzentrum fällig werden. Ebenso sollte man als künftiger Blog-Betreiber den Überblick über evtl. versteckte Kosten für unerwartete Wartungsausgaben im Blick haben (Stundensatz pro Servicestunde vor Ort im Rechenzentrum, z.B. wenn ein manuelles Backup beauftragt werden muss).

Der Neustart eines Root-Rechners sollte jedoch nichts kosten und über ein separates Webfrontend des Anbieters möglich sein (ist heutiger Standard). Ebenso sollte der Anbieter ein zumindest rudimentäres Rescue-System kostenfrei zur Verfügung stellen. Wer allerdings an diesem Punkt steht, ist bereits Windows oder Linux-Profi oder benötigt spätestens hier den Experten, der die berühmten schwarzen Konsolen im Kommandozeilen-Modus bedienen kann.

Putty

Putty

Vernünftige Root Server-Systeme, manchmal auch Dedicated Server genannt, bekommt man bereits ab 49 € bei Hetzner. Aber Vorsicht, die weiteren Nebenkosten für den eigenen Aufwand, wie z.B. für die Administration des Servers, sind nicht zu unterschätzen! Man sollte hier gut überlegen, ob man sich für ein Webhosting-Paket oder einen Root-Server entscheidet.

Hat man sich für einen Root-Server entschieden, muss klar sein, dass man für alles, vom Betriebssystem bis zur Blog-Software verantwortlich ist, oder aber man hat eine helfende Hand. Nicht zu vernachlässigen sind auch regelmäßige Sicherheitsupdates für das Betriebssystem wie auch für die Blogging-Software selbst. Gerade auch PHP-basierende Blogging Systeme wie das bekannte WordPress weist regelmäßig Sicherheits-Schwachstellen auf, die durch ein Update beseitigt werden müssen. Und gerade Blogs sind ein beliebtes Angriffsziel, um das System für Internet-Mißbrauch zu nutzen. Hier ist man als Betreiber zwangsläufig in der Pflicht, sich auch entsprechend zu schützen. Bei einem Webhostingpaket gibt man die Verantwortung vielleicht teilweise ab, allerdings ist hier die Rechtslage im Zweifelsfall kniffelig.

Individualität und Flexibilität

Natürlich gibt es bei beiden diskutierten Varianten auch ein Unterschied bzgl. der Individualität bzw. der Flexibilität. Es ist woh  offensichtlich, dass man bei der Variante mit dem eigenen Blog die größtmögliche Individualität einkauft. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass man vollen Zugriff auf das System hat und prinzipiell alles nach eigenen Belieben anpassen kann. Folgende Aspekte sind zu beachten:

  1. Programmcode
  2. Design / Layout
  3. Erweiterung durch PlugIns und Module

Neben zahlreichen Bloggersystemen (damit meine ich die Software und nicht die jeweilige Plattform!) wie Beta-Blogger, Jlog, BLOG:CMS ist WordPress mit Abstand die bekannteste Blogging-Software (kürzlich stellte die iX vom Juli 2008 insgesamt 22 Blog-Systeme vor). Der Programmcode von WordPress lässt sich beliebig anpassen, da dieser in PHP ausgeliefert wird. Dabei ist jedoch zu beachten, dass jede Anpassung auch zu Schwierigkeiten beim Update auf die nächsthöhere Programmversion führen kann.

Es gibt keine mir bekannte Blogger-Plattform die so viele Standardthemes für WordPress zur Verfügung stellt. Ein Theme beschreibt das Design eines Blogs und lässt sich beliebig abändern.

Natürlich kann man auch die Erstellung eines eigenen Themes in Auftrag geben. Und die eigene Domain hinterlässt natürlich eine eigene Duftnote. So sind die Domains perlentaucher.de, basicthinking.de, filtertraum.de oder SLTalk.de sprechender und einfacher zu Handhaben als perlentaucher.typepad.com, basicthinking.wordpress.com, filtertraum.blogg.de oder sltalk.irgendwas.de.

Wer möglicherweise mit dem Gedanken spielt, klein anzufangen auf einer Blogger-Plattform und dann mit seinem Content umziehen möchte, muss evtl. derbe Enttäuschungen erleben. Die Betreiber von Blogger-Plattformen haben wenig Interesse an eine Export-Funktion, um Content zu migrieren. Dies würde das Umziehen zu leicht machen.

SLTalk Screenshot

SLTalk Screenshot

Bzgl. der Erweiterungen hat man auch hier beim Betrieb eines Blogs unendlich viele Möglichkeiten. Allein für WordPress sind derzeit 2673 Plugins verfügbar. In dem obigen Screenshot sieht man unseren bisher erfolgreichsten Blog SLTalk. SLTalk steht ursprünglich für Second Life Talk und hat sich im Laufe der Jahre für SLTALK = Second Life Talk And Latest Knowledge transformiert, rund um das Theme Web.3D, 3D-Internet und die entsprechenden Medien- und Technologiekonvergenzen.

Wordpress PlugIns

Wordpress PlugIns

Das Design von SLTalk basiert auf einem einfachen Theme, was im Laufe der Zeit zu einer eigenen Entwicklung geworden ist. Leider ist es ein etwas älteres Theme und daher nicht widgetfähig (dazu vielleicht aber ein anderes Mal mehr). Bzgl. der Erweiterbarkeit sieht man auf SLTalk, dass es im Headerbereich rotierende Bilder gibt, oben rechts immer den Reporter Patrick Wunderland. Außerdem wurde kürzlich über sixgroups eine Community-Funktionalität hinzugefügt sowie sog. Gravatare. Gravatare sind die Fotos der Kommentatoren die im rechten, oberen Bereich angezeigt werden. Darüber hinaus gibt es viele weitere , individuelle Anpassungen des Blogs.

Warum blogge ich?

Diese Frage sollte man sich als Neu-Blogger einfach mal stellen, auch wenn viele Blogger vielleicht drauf-los-bloggen, um herauszufinden, was Bloggen wirklich ist und was beim Bloggen passiert. Für alle, die es einmal ausprobieren wollen und kein besonderes Ziel beabsichtigen, ist eine Blogger-Plattform sicherlich zu empfehlen. Liegen die Motive eher im Bereich des Aufbaus einer Community oder der Selbstvermarktung, dann würde ich doch eher dazu raten, einen eigenen Blog zu betreiben. Wie jedoch bereits erwähnt, ist dies mit erheblichen Aufwand und Kosten verbunden, was nicht unterschätzt werden sollte. Zudem gibt es auch erfolgreiche Blogs auf Blogger-Plattformen, die geschäftsrelevanten Bezug haben.

Last but not Least gibt es keine eindeutige Antwort, was besser oder schlechter ist, denn: Die Wahrheit liegt wie immer im Auge des Betrachters.

9 Kommentare »

  • ostseemimi :

    wie, hat sich noch niemand für diese schön zusammenfassung bedankt?
    dann tue ich es mal eben!
    leider wurde mir dennoch nicht weitergeholfen,,, ich möchte mit meinem blog von der plattform wordpress nämlich auf nen eignen server/webspace umziehen… und weiß nicht wie das geht.

    tschö

  • admin :

    Du musst schauen, wie Du Deine Inhalte von der WordPress-Plattform exportiert bekommst. Dabei musst Du darauf achten, dass Du an die Datenbank und an die Dateien kommst. Vielleicht lässt das aber WordPress nicht zu, um die Blogger an die Plattform zu binden und Du bist bereits in die “Falle” getappt.

  • Peda :

    Hi!

    Hab gehört, dass man mit dem Bloggen auch etwas Geld verdienen kann, z.B. auf “Trigami”! Geht das denn auch, wenn ich auf einer Blogging-Plattform Blogge, oder muß ich dafür einen eigenen Blog samt URL etc. haben??

    Lg

  • Cinthia Golberg :

    Habe ein Blog gefunden der auf die Keywords geld verdienen optimiert ist. Das gute daran ist, dass man selbst Artikel übers Geld verdienen schreiben kann. Probiert es mal aus, habe manche euros damit gemacht.

  • admin :

    @Cinthia Wie soll der Blog denn heißen (Link)?

  • Adrian :

    Super Artikel! Das finde ich sehr nutzbar! danke

  • Andreas :

    Hallo,

    man könnte noch http://www.bloggys.de oder http://www.blogiator.com als Bloghoster nennen.

  • Tobs :

    Super Guide, vielen dank :)

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