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Das Zen des Bloggens

9 August 2008 1,005 views Ein Kommentar

Cover

Mit höchstem Genuß habe ich heute das E-Book

Das Zen des Bloggens

gelesen. Das Original stammt von Hunter Nuttall aus Virgina (USA) und die exzellente deutsche Übersetzung wurde von Jan Tißler vom Upload-Magazin geschrieben.

Den Kollegen Tißler hatten wir gerade in unserer Buchbesprechung Geld 2.0 erwähnt – dort gab er ein Interview für das Autorenteam.

Um zurück zu dem kostenlosen Zenbüchlein zu kommen. Es ist eine wahre Freude, ich kann es nicht anders ausdrücken. Und das urwitzige dabei ist, dass ich zwar seit 1996 Yoga praktiziere, aber erst in dieser Woche meine erste richtige Zen-Meditation im Yoga-Vedanta Zentrum Wiesbaden ausübte. Ich habe soviel in meiner ersten Stunde gelernt, dass ich den Kern der Zen-Philosophie in diesem Buch sofort aufnehmen konnte.

Was mich aber wirklich erfasste, war die Eröffnung des Buches. Dort geht es nämlich um einen Dialog zwischen dem Zen Meister und dem Zen Schüler. Der Schüler spielt mit dem Gedanken zu bloggen und weiß nicht so recht, ob er es tun soll. Er ist im Zweifel und hin- und hergerissen durch seine Unterscheidungen. So sagt der Meister zum Schüler:

„Aber bisher“, sagte er, „spüre ich große Zweifel in Dir. Du bist nicht sicher, ob Du das wirklich kannst. Du bist nicht einmal sicher, ob Du es überhaupt willst. Das wird nicht funktionieren. Zweifel führen zu Konflikten. Konflikte führen zu Unentschlossenheit. Unentschlossenheit führt zu schlechtem Bloggen.“

Weiter sagt der Meister zum Schüler:

„Ich mach es Dir leicht“, sagte er. „Wenn Du ein Blog startest, schneide ich Dir den Kopf ab und wenn Du kein Blog startest, schneide ich Dir ebenfalls den Kopf ab. Also: Wirst Du ein Blog starten?“

Und das bringt die Sache ja so treffend auf den Punkt. Vor etwas über zwei Jahren stand ich genau vor dieser Entscheidung. Unentschlossenheit ließ Konflikte in mir hochsteigen wie

” … wenn ich blogge, kann es JEDER lesen …”

und weiter ging es in meinem Kopf

“… das könnte mir ja evtl. negativ ausgelegt werden … “

und weiter

” … es könnte sich aber auch positiv auswirken …”.

Und der Witz bei der Geschichte ist noch, dass das Thema mit dem ich mich damals beschäftigte, die Gesetze der Form nach George Spencer-Brown waren. Im Kern geht es um eine Theorie, die durch einen einzigen Operator, dem Operator der Unterscheidung eigentlich alles beschreiben kann. Und so wie ich die Zen-Philosophie verstanden habe, geht es gerade darum mal im HIER zu verweilen ohne zu unterscheiden. Denn egal wie ich mich entscheiden würde, für oder gegen das Bloggen, der Meister schlägt mir den Kopf ab.

Zunächst könnte man denken, dass die Zen-Philosophie daher völlig gegen die Laws spricht. Erst jetzt habe ich verstanden, dass das gar nicht so ist!

Lieber Jan Tißler, vielen vielen Dank für das Geschenk und diese Übersetzung.

Ein Kommentar »

  • Jan :

    Vielen Dank für den Link! Schön, dass ich mit meiner Begeisterung für Hunter Nuttalls Text ganz offenbar nicht allein bin. 🙂

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