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Der Wolfskin-Boomerang

18 Oktober 2009 2,343 views 2 Kommentare

Jack Wolfskin mahnt Pfoten ab (Abgemahnt wegen Nachbars Katzen), und zwar jeglicher Art. Und offensichtlich muss alles dran glauben, was nur annähernd nach Pfote aussieht.

Auf Seite 1 der Suchergebnisse der Googlesuche “Wolfskin“, erscheint neben vielen suchmaschinenoptimierten Treffern von Jack Wolfskin auch ein Eintrag von www.werbeblogger.de mit dem Titel:

Jack Wolfskin eröffnet den Abmahn-Herbst!



Einen genaueren Blick in die Blogosphäre erhält man über die Google Blog-Suche. Mit satten 23.000 Treffern punktet die Suche nach Wolfskin am Sonntag Vormittag.



Das Thema schlägt nach kurzer Zeit schon so hohe Wellen, dass die Seite von Werbeblogger.de am Sonntag den 18. Oktober scheinbar überlastet ist. Aber wer weiss? Vielleicht reagiert Jack Wolfskin mit härteren Mitteln?

Aufmerksam wurde ich über das negative Jack-Wolfskin-Stimmungsgemüt (engl. Sentiments) via iPhone auf meiner Twitter-Timeline. Hier schien sich so einiges hochzuschaukeln. Diese sog. Stimmungen werden englisch als Sentiments bezeichnet und werden im Bereich des Social Media Monitorings auch genutzt, um Meinungen über Marken zu beobachten.

Im Rahmen eines kurzen Social Media Monitorings bzgl. der Marke Jack Wolfskin habe ich sofort einmal die Sentiments über einige Twitter-Tools abgefragt. Leider, so muss ich feststellen, funktionieren die automatisierten Sentiment-Analysen meiner Meinung nach noch nicht wirklich gut. So bekommen wir zwar bei einer Sentiment-Abfrage auf tweetsentiments.com deutlich mehr Negative als positive Tweets über Jack Wolfskin heraus. Eine manuelle Interpretation der Tweets zeigt allerdings, dass viele, als neutral eingestufte Tweets, doch eher negativen als positiven Charakter haben. Wer also Sentiment-Analysen fährt, sollte durchaus auch manuelle Stichproben machen, und das automatisch erzeugte Stimmungsbild mit dem manuell erzeugten Eindruck vergleichen!

Das Verückte an der ganzen Sache ist allerdings, dass ich just an diesem Wochenende einen aktuellen Skandal wie den Wolfskin-Skandal gesucht habe. Für ein Symposium im November schreibe ich nämlich gerade an einem Artikel für ein Buchbeitrag mit dem Thema “Social Networks und Ihre Bedeutung für die BWL”. Hier liefert mir Wolfskin natürlich bestes Futter für ein Negativbeispiel in Sa chen Social Media. Ich hoffe, dass das Unternehmen daraus lernt!

Aehm, ja, und Wolfskin würde ich dringend eine Beratung empfehlen, allerdings nicht die klassiche Unternehmensberatungskiste oder die bei den Anwälten. Da gibt es so einen neuen Begriff, der am Horizont aufpoppt: Social Media Consulting! Zuvor empfehle ich den Marketing- und PR-Verantwortlichen bei Jack Wolfskin allerdings ein paar Hausaufgaben zu machen, eine Einstiegshilfe hier mit Understanding Web 2.0.

Über

Bloggt seit 2006 und ist Inhaber der Internetagentur SLTalk & Partner. Als Trainer und Berater ist er im IT-Umfeld bundesweit tätig. Er ist Dozent für Neue Medien an der DHBW Mannheim und an der Hochschule Fresenius tätig. Für den Studiengang Social Media Manager ist er am ILS Fernlehrer. Er ist Gründungsmitglied des BVMM und Mitglied bei der Gesellschaft für Wissensmanagement (GfWM).

2 Kommentare »

  • Marcel B :

    Die Erfahrung, dass solche “Sentimentsanalysen” noch nicht wirklich gut funktionieren habe ich auch schon gemacht. Auf dem Gov20Camp in Berlin wurde ein Social-Media-Monitoring Tool vorgestellt. Die Firma wollte wohl vor allem mit der integrierten Sentiment-Analyse punkten. Der Nachfrage, ob wir mal direkt in ein Ergebnis reinschauen könnten wurde auch nachgekommen. Allerdings sah man nach einigen manuellen Überprüfungen von neutral gewerteten Nachrichten, dass die (meiner Meinung nach) extrem in beide Richtungen gingen und auf jeden Fall alles andere als neutral waren. Ich kann deine Erfahrung also bestätigen 😉

  • admin (author) :

    Interessant ist aber, das die sich aufschaukelnde negative Stimmung über die Marke Jack Wolfskin in der Twittosphäre und Blogosphäre mittlerweile in einen Spiegel-Online-Artikel manifestiert hat. Die Frage ist, ob sich ein ähnlicher Fall, wie der der Kryptonite-Schlösser von 2004 in gewisser Weise wiederholt. Eigentlich sollte man doch aus solchen Beispielen lernen, oder?

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