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Ein Leben ohne iPhone, Twitter und Microblogging

1 April 2010 1,057 views 3 Kommentare

Am 29.01. ist es passiert. Nach der dreistündigen Nutzung meines iPhones als Navigationsgerät ging nichts mehr! Das SmartPhone reagierte auf keine Eingaben mehr. Kein Problem dachte ich und führte einen Neustart durch. Das Gerät fuhr aber nur noch in den sogenannten Emergency-Mode hoch, aus dem man Notrufe absetzen kann, was allerdings auch nicht mehr ging. Die erste Analyse ergab, dass mein iPhone keine IMEI-Nummer mehr hat, ebenso keine CCID.

Zahlreiche Wiederherstellungsversuche haben keine Erfolge gezeigt, später habe ich erfahren, dass wohl das sog. Baseband “abgeraucht” ist, ein GSM-Modul.

How ever. Jedenfalls war ich erstmal ohne Smartphone. Ich sagte zu mir: “So what, ist ja nur ein Telefon und kramte ersteinmal mein Ersatzhandy heraus. Ein Nokia 6310i. Ein echtes Businesshandy sagte ich zu mir und endlich wieder vernünftige Akkulaufzeiten. Schnell musste sich herausstellen, das “Businesshandy” zu seiner Zeit passte! Damals ähm, vor einigen wenigen Jahren … Genau genommen war mein Nokia 6310i mein drittletztes Handy vor dem iPhone: Nokia 6310i -> Motorola RAZR -> Nokia Communicator -> iPhone.

Leider konnte ich somit auf der LearnTec auf meinem Augmented-Reality-Vortrag nicht die AR-Applikation Wikitude zeigen, wie ich das wollte. Live, direkt vom iPhone. Das war die erste Entbehrung. Als Ersatz mussten Powerpoint-Slides und YouTube-Videos her. Na gut! Auf der LearnTec war es dann so, dass ich eine SMS schreiben wollte, ich hatte ja keinen Twitterclient mehr. Und das war eine echte Erfahrung. Beim Umstieg von einer virtuellen QWERTY-Tastatur auf eine T9-Tastatur brach ich mir die Finger und fühlte mich in die monochrome Steinzeit zurückversetzt. Es gibt allerdings Freaks, die auf einer T9-Tastatur doppelt so schnell sind, als auf einer virtuellen QWERTY-Tastatur auf dem iPhone.

Das Schlimmste an der der iPhone-Abstinenz war aber die Kontaktarmut, die auf meinem Twitter-Channel entstand. Es stellte sich heraus, dass ich fast nur noch über das iPhone twitterte und kaum über TweetDeck auf dem Laptop. Hinzu kam, dass mein Tweetdeck außer Gefecht gesetzt wurde. Eine Proxy-Einstellung im Internet-Explorer war die Ursache!

Es ging aber weiter! Keine E-Mail von unterwegs, mal eben so. Keine Online-Zugriffe mehr aus der Badewanne! Kein Navigationsgerät mehr und keine Google-Maps mehr von unterwegs. Besonders schlimm war allerdings auch, dass ich keinen Zugriff mehr auf meine Kontaktdaten von unterwegs mehr hatte. Die Synchronisation auf das i6310 wäre erstens zu aufwändig gewesen, zweitens hätte die Anzahl der Kontakte wahrscheinlich die Kapazität des Handys gesprengt. Ebenso hatte ich natürlich von unterwegs auch keinen Zugriff auf meine sozialen Netze wie XING, Facebook, LinkedIn & Co. !!!

Da ich mich in einer ziemlich stressigen Projektphase befand kam ich schlichtweg auch nicht dazu, den Supportprozess anzustoßen. Als ich nach zwei Wochen dann wieder etwas Luft hatte, kümmerte ich mich endlich darum. Ich wählte den Express-Austausch bei der Apple-Hotline in Kombination eines CarePacks (1 Jahr Garantieverlängerung), anstatt den Weg über einen T-Punkt-Laden zu gehen. Und ich glaube, dass war der richtige Weg, denn innerhalb zweier Tage hatte ich ein Ersatzgerät via UPS.

Insgesamt ein Prozess, den man wohl mal erlebt haben muss, um zu erkennen, wie abhängig man mittlerweile von den kleinen Helferlein geworden ist. Und das wird wahrscheinlich nicht weniger!

Über

Bloggt seit 2006 und ist Inhaber der Internetagentur SLTalk & Partner. Als Trainer und Berater ist er im IT-Umfeld bundesweit tätig. Er ist Dozent für Neue Medien an der DHBW Mannheim und an der Hochschule Fresenius tätig. Für den Studiengang Social Media Manager ist er am ILS Fernlehrer. Er ist Gründungsmitglied des BVMM und Mitglied bei der Gesellschaft für Wissensmanagement (GfWM).

3 Kommentare »

  • Fluid° :

    Taucher Apps…

    Gerade ist es passiert! Das neue iPad von Apple ist auf den Markt gekommen. Und wenn man sich mal so bei uns im Fluid° umschaut, ist es schon auffällig: die iPhone-Dichte ist wirklich sehr hoch. Nicht nur unter dem Team, sondern auch unter den Kunden i…

  • Tobi :

    Iphone brauche ich täglich und währe bei meinem Job als Immobilienmakler ohne das Ding echt aufgeschmissen.

  • Heidegunde Human :

    Arme Menschheit, abhängig von Technick und so unfrei wie einst die Vorfahren unter der Herrschaft mancher Diktatoren.
    Wer ist für wen da?
    Die Technick für ist für den Menschen da oder umgekehrt?
    Verkehrte Welt. Immer neue Erfindungen erschweren das Leben.
    Und müssen angewendet werden, sonst ist man out…entsetzlich.
    Oder nicht erreichbar? wo man doch so unabkömmlich ist.
    Und wo die Kontakte, vereinsamt mitten im Leben.

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