Home » Headline, literatur, wandel

Phänomen Facebook – Wie eine Webseite unser Leben auf den Kopf stellt

29 November 2010 440 views Kein Kommentar

Heute erreichte mich ein Rezensionsexemplar des Buches

Phänomen Facebook – wie eine Webseite unser Leben auf den Kopf stellt”

von Jakob Steinschaden (twitter: @jakkse). Steinschaden wurde 1982 in Wien geboren und ist Journalist bei der Tageszeitung KURIER. Der sympatische Wiener beschäftigt sich seit mehr als drei Jahren mit fundierten Artikeln zum Thema Web 2.0. Sein Buch erschein im Ueberreuter Verlag im Hardcover, mit einem Umfang von 207 Seiten zu einem Preis von 19,95€.

Steinschaden beschäftigt sich sehr intensiv mit kritischer Distanz zum Thema Facebook. Dafür reiste er auch tatsächlich in das Herz von Silicon Valley, um bis in das Headquarter von Mark Zuckerberg vorzudringen. Er führte zahlreiche Interviews, um sich ein wirklich ganzheitliches Bild zu machen, nicht nur von der Plattform Facebook, sondern auch von seinem Urheber, Mark Zuckerberg. Das Buch lässt sich leicht lesen und man erhält einen umfassenden Einblick in die Geschichte von Facebook und die Machenschaften rund um den Gründer. Steinschaden hat sehr gut recherchiert und deckt zahlreiche Quellen auf. Im Gegensatz zu so manchen Web 2.0-Autoren- oder Journalisten bin ich überzeugt, dass Steinschaden wirklich versteht, von was er schreibt. Man findet ihn auch sowohl auf twitter als auch auf Facebook. Zudem betreibt er den Blog phaenomenfacebook.com zum Buch und die Facebookseite phaenomenFB. Auf der Facebook-Seite zum Buch findet man auch einige Fotos von seinem Trip nach Palo Alto, südlich von San Francisco.

Inhaltlich beackert Steinschaden in seinem Buch zunächst einige Facebook-Grundlagen, hier geht es um die Kernfunktionalitäten für Nutzer, Gruppen und Communitys. Das Buch konzentriert sich aber vielmehr auf die Datensicht und die Informationsströme, die durch Facebook fließen. In diesem Sinne ist es kein Werk, dass pragmatisch im einzelnen auf die konkreten Funktionen von Facebook eingeht, wie das Buch von Anette Schwindt. Natürlich darf hier auch die Facebook-Story nicht fehlen!

Anschließend geht er auf Soziale Netze im Allgemeinen ein und stellt vor allem klar, dass es Soziale Netze auch bereits vor dem Internetzeitalter gab. So differenziert er sauber zwischen Sozialen Netzen und Online Netzen, die “nur” die Internetsphäre betreffen. Interessanterweise betont er auch die wirklich mächtigen (physischen) Soziale Netze, die sich nicht so ohne weiteres im Internet reproduzieren.

Er setzt sich kritisch distanziert mit dem Thema Facebook, Werbung, Datenschutz und Privatsphäre auseinander und legt durchaus die Finger in die ein oder andere Wunde, nimmt dabei auch gerne Bezug auf andere Giganten wie Microsoft, Google & Co. Er erläutert ebenso Positives, wie auch den Facebook-Mißbrauch durch Cyberkriminalität (Stichwort Phishing). Abgerundet wird das Buch mit einem Blick in die Glaskugel. Steinschaden spannt ein paar Zukunft-Szenarios auf, die Facebook in 2-3 Jahren skizzieren. Dabei bindet er die sicheren Megatrends Semantic-Web, als auch die Rolle des Allgegenwärtigkeitsinternets via Smartphones (Mobiles Internet) mit ein, wobei mir die Verbindung mit dem Semantic-Web etwas zu kurz kommt.

Alles in allem ein sehr lesenswertes Buch, dass sein Geld wert ist. Das Buch ist sehr gut recherchiert, weshalb ich eine Empfehlung ausspreche: Kaufen und lesen!

Über

Bloggt seit 2006 und ist Inhaber der Internetagentur SLTalk & Partner. Als Trainer und Berater ist er im IT-Umfeld bundesweit tätig. Er ist Dozent für Neue Medien an der DHBW Mannheim und an der Hochschule Fresenius tätig. Für den Studiengang Social Media Manager ist er am ILS Fernlehrer. Er ist Gründungsmitglied des BVMM und Mitglied bei der Gesellschaft für Wissensmanagement (GfWM).

Ihr Kommentar!

Fügen Sie hier Ihr Kommentar oder Trackback ihrer Seite hinzu. Diese Kommenatare auch via RSS lesen.

Sie können folgende tags verwenden:
<a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Dieser Weblog benutzt Gravatare. Ihr eigenes global gültiges und eindeutiges Web-Avatar erhalten Sie unter Gravatar.